Aus der Praxis –
für die Praxis

Werden Kinder in ihrer Bewegung geschlechtsspezifisch geprägt?

Das Projekt „Geschlechtsspezifische Körper- und Bewegungssozialisation in der frühen Kindheit“, welches im Rahmen des Forschungverbundes „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen“ durchgeführt wird, zeigte nach der ersten Förderphase (Oktober 2008 - September 2011), dass im Alltag immer noch eine Bewegungspraxis gefördert wird, in der die alten Geschlechterbilder noch weitgehend eingelagert sind.

Das Projekt, das von Oktober 2008 bis voraussichtlich September 2013 durchgeführt werden soll, stellte die Fragen mit welchen (geschlechtsbezogenen) Vorstellungen Eltern und Erzieher/innen die Jungen und Mädchen im Bereich Körper und Bewegung (bewusst oder unbewusst) erziehen und sozialisieren und welche geschlechtsbezogenen Vorstellungen vier- bis sechsjährige Mädchen und Jungen in Hinblick auf Körper und Bewegung entwickelt haben und inwiefern diese im Kontext von Bewegungsaktivitäten orientierungswirksam sind?

Die Datenerhebung erfolgt qualitativ in verschiedenen Teilstudien, wobei Eltern und Erzieher durch Leitfadeninterviews und Kinder durch Impulsinterviews befragt werden. Die Analyse des kindlichen Bewegungsverhaltens wird videographisch und durch teilnehmende Beobachtungen vorgenommen.

Die ersten Ergebnisse zeigten, dass es im Bereich Bewegung schon früh unterschiedliche Lern- und Erfahrungsgelegenheiten gibt. Jungen wird die Eigenschaft als „potenziell actionbereiter Junge“ vorweggenommen, welche durch ihre Vorbilder, wie Spiderman, und der erzieherischen Überzeugung, dass Jungen sich „auspowern“ müssen, unterstützt wird. Mädchen dagegen haben viele Möglichkeiten die ihnen offen stehen, sei es wild oder mutig zu sein oder Power zu haben. Allerdings werden auf körperliche Stärke und Durchsetzungsfähigkeit angelegte Bewegungsmuster nur selten aktiv gefördert und stattdessen das Bild eines kooperativen und kreativen Bewegungsmusters vermittelt.

Die Bewegte, gesunde Schule Niedersachsen, möchte Bewegung zu einer Selbstverständlichkeit für Mädchen und Jungen machen, sodass die Kinder sich frei entfalten und ausleben können, auch ohne geschlechtsspezifische Vorgaben.

Hier gelangen Sie zum Projekt.


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Projektpartner:

Techniker Krankenkasse | TK Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen
Landessportbund Niedersachsen e.V

Kooperationspartner:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. (BAG) die initiative ¬ Gesundheit ¬ Bildung ¬ Entwicklung
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